Ich sitze in der S-Bahn und höre „Memories“ von Maroon5.
Erinnerungen an ihn und die vergangene Zeit legen sich traurig, wie ein Schleier, über mich.
Ich versuche mich abzulenken, es nicht zuzulassen und blicke umher. Mein Blick bleibt hängen an der Frau, die mir gegenüber sitzt.
Eine interessante Frau. Jung, schlank, gut gekleidet. Ihre schulterlangen, braunen Haare fallen ihr leicht ins Gesicht, umspielen es zart, während sie auf ihr Handy starrt.
Sie schaut auf das Iphone in ihrer Hand und lächelt.
Schnell tippt sie auf das Display, wartet, und wieder schleicht sich ein zartes Grinsen auf ihr Gesicht, das ihre Augen erreicht und diese strahlen lässt. Ich beobachte sie und kann den Blick nicht abwenden.
Immer wieder wandern meine Augen zu ihr. Während ihre strahlen, kommen mir die Tränen. Und Gedanken.
Die Vorstellung, dass sie vielleicht gerade mit ihm schreibt. Seine Worte sie erreichen, sie meinen, sie berühren… nicht mehr an mich gerichtet sind.
Ich bin vergessen – Geschichte. Habe die Bedeutung für ihn verloren. Vielleicht hatte ich nie eine. Eine Weiterfahrt ist für mich nicht zu ertragen. Ich muss raus aus der Bahn und laufen. Kilometer laufen, ohne Pause und ohne Ziel. Das Ziel habe ich verloren.
Der Versuch, die Gedanken, Trauer und Tränern hinter mir zu lassen. Egal wie weit ich laufe, ich werde diesen Teil nicht los. Aber in der Bahn zu bleiben und sie zu beobachten ist untragbar für mich. Also steige ich aus. Blicke noch ein einziges Mal in ihre Richtung und ich frage mich, ob ich nur die Frau vor ihr war?
Ich habe mir so oft, gefühlt tausend Mal, die Frage gestellt; Warum? Warum tut er das? Was stimmt nicht mit mir? Was habe ich falsch gemacht?
Ich habe genauso viele Erklärungen, Entschuldigungen für ihn und sein Verhalten gefunden. Aber am Ende ist es völlig egal, ob er ein Narzisst, ein Vermeider, ein Bindungsängstler oder einfach nur ein Arsch ist…. ich bleibe traurig, leer und zebröselt, wie ein Keks, zurück.
Geghostet.
Geghostet von dem Mann, der mir Loyalität und Ehrlichkeit versprach.
Der sagt, er würde nie wieder gehen. Der, der mein Leben und meine Vergangenheit kannte. Dem ich vertraute und bei dem ich mich Zuhause fühlte.
Und nein, er ist nicht 15 Jahre und am Anfang des Lebens, muss noch Beziehung lernen, Kommunikation. Er ist ein erwachsener Mann über 50. Ein erwachsener Mann, der von Werten und Respekt sprach, dies einforderte und sich wie ein Kind verhielt.